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30 Jahre AJZ 10 Jahre ReinfunkANATION Zu zeigen, dass bestimmte kulturelle Phänomene nicht aufgrund profilneurotischer, pubertärer und durchkommerzialisierter Egofilme, sondern aufgrund der Entschlossenheit von Menschen gesellschaftliche und politische, wie kulturelle Veränderungen herbeizuführen und dabei klare politische Zielsetzungen zu verfolgen, existieren und steht immer noch auf den Fahnen. Systemkritische, antisexistische, antirassistische und antifaschistische Positionen, auch die Auseinandersetzung und Zusammenarbeit mit der Vegan-Bewegung haben all die Jahre bei dem Aufbau und der Unterstützung selbstverwalteter und selbstbestimmter Zusammenhänge in Kneipe, bei Veranstaltungen und Diskussionen im und außerhalb vom ArbeiterInnen-jugendzentrum eine wesentliche Rolle gespielt. Das führte auch dazu, dass ReinfunkANATION, weil keine kompromissfähige Perspektive mehr zu erkennen war, sich für eine gewisse Zeit von bestimmten szenischen Zusammenhängen distanzierte, wie die letzten zweieinhalb Jahre mit der lokalen HipHop-Szenerie geschehen. Die ReinfunkANATION will die Dreißigjahrfeier des AJZ`s dazu nutzen sowohl im Haus, unter Artists, in jugendkulturellen Zusammenhängen und einer begrenzt erreichbaren Öffentlichkeit politische Auseinandersetzungen zu führen und zu fördern. Während gerade in der ersten Hälfte ihrer zehnjährigen Existenz die RFN die Rolle eines Netzwerkes für nicht akzeptierte neue Randkulturen darstellte und Mensch damit entscheidend an deren Verbreitung beteiligt war, ist heute z.B. HipHop in aller Munde und deutschsprachiger Rap Mainstream. Viele haben sich in ihre Konsumenten-, Veranstalter-, Produzenten-, Künstler- oder Journalistenecke oder sonstwohin zurückgezogen. Wieso können sich Begriffe wie "schwul" für schlecht oder "Nigger" und "Neger" im subkulterellen Sprachkontext innerhalb weniger Jahre unreflektiert etablieren? Die Verantwortung noch existierender selbstbestimmter Freiräume oder Gruppen wie ReinfunkANATION hat sich gewandelt. Nun gilt es Ursprünge, Inhalte und Hintergründe wieder in den Vordergrund zu stellen und so auch neu zu polarisieren. Hannes Loh in Intro, März 2003: "Deutschrap ist Teil der Neuem Mitte geworden und spiegelt die Ignoranz und Kaltschneuzigkeit der Mehrheitsgesellschaft wieder. HipHop als Weltkultur findet woanders statt." Der Film: Panther Oft wird die Bedeutung der Black Panther Partie für die Emanzipationsbewegungen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und für die Entstehung der HipHop-Bewegung nicht genug herausgestellt. Als die Black Panther Partie of Self-Defense Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre in das Phadenkreuz des amerikanischen FBI und deren Repressionsmaschinerie geriet, waren die späteren HipHop Aktivisten und Aktivistinnen, wie Cool Herc, African Baambaata oder Lady Pink gerade 10-15 Jahre alt. Sie erlebten als Kinder den Rassismus, den Vietnamkrieg, die explosionsartigen Riots nach den Tod von MalcomX und Martin Luther King in den Ghettos amerikanischer Großstädte und wie große Teile der Ghettowiederstandsbewegung - maßgeblich der Black-Panther - auf Friedhöfen, in Gefängnissen oder im Exil landeten. Sie erfuhren wie eine Welle harte Drogen die Ghettos überschwemmte, Not und Elend und die Brutalität der Bandenkämpfe zunahm. Die militante Pantherbewegung und damit der Basiswiederstand in den Ghettos war gescheitert. Jahre später konstituieren gerade diese Kinder die gewaltverneinende HipHop-Bewegung und versuchten Perspektivlosigkeit und Aggressivität in positive und kreative Energie umzuwandeln. Der Film ist eine aus Black-Panther-Sicht hochproduziertes Film-Epos. Allerdings haben die Autoren und Produzenten den Rahmen genutzt, um viele geschichtliche Hintergründe, Abläufe und Widersprüche einzuarbeiten. Kaum eine Szene, ein Dialog, der sich nicht auf wirklich Geschehenes bezieht. Vegane Vokü: 19.00 Uhr Die Diskussion: 19.30 Uhr AJZ-Kino Nach Soundcheck, dem Kinofilm und einer kleinen Stärkung aus der veganen Küche sind Künstler, Veranstalter und Interessierte eingeladen an einer Diskussionsrunde teilzunehmen, die sich auf den Film beziehend auf Zusammenhänge von Jugendkultur, Kriminalisierung, Mediatisierung, Kommerzialisierung und dem heutigen Zustand jugendkultureller Bewegungen bezieht. Wie können eigene Positionen hierzu und wie kann eine zukünftige Perspektive aussehen?? |